Non(n)sens-Gastspiel in Bonn

 

Premierenparty, Kölner Karneval, Kunst, Kultur und Kritik

Am 1. November machten sich Pater Thorsten (im Klosterauto) und fünf Ordensschwestern (Verena alias Schwester Robert Anne, Marilis alias Schwester Hubert und Christin alias Schwester Amnesia per Flieger aus Salzburg, Mirjam alias Schwester Leo per Flieger aus dem Auslandspraktikum in Irland, unsere Leih-Mutter Oberin Orsa Repp mit dem Zug aus München) auf dem Weg in die große weite Welt, sprich: Bad Godesberg, seines Zeichens berühmtes Villenviertel in der ehemaligen deutschen Bundeshauptstadt Bonn. Das dortige Kleine Theater hat unsere Produktion für einen Monat gebucht. 

Da nur die wenigsten unserer Darstellerinnen sich einen ganzen Monat von ihren Berufen frei nehmen konnten, spielte die Cast gegen Mitte des Gastspiels "Nönnchen wechsel dich" und unsere alternierenden Besetzungen der Hubert, Amnesia und Leo , Julie, Sabine und Lisa, reisten an, um ihre Schwestern abzulösen. Die Rolle der Mutter Oberin übernahm Orsa Repp, eine Non(n)sens-Veteranin, die schon in früheren Inszenierungen unseres Regisseurs Benjamin Baumann fast alle anderen Rollen gespielt hat. Das Bühnenbild in Bad Godesberg kannte sie daher schon, es war nämlich das frühere Hanauer Bühnenbild von Benjamin. Dieser ließ es sich natürlich auch nicht nehmen und reiste zusammen mit Choreographin Anita Vidovic zur Premiere ebenfalls nach Bad Godesberg. Nach einigen Durchläufen und der Generalprobe am Vortag, startete das Gastspiel offiziell mit der Premiere am 3. November. Das Theater war ausverkauft (was bei einem Kleinen Theater ja schnell passieren kann), im Publikum fanden sich auch einige Kritiker und Menschen vom Fach. Die Premiere lief trotz aller Nervosität bei den Darstellerinnen reibungslos und wurde vielerseits gelobt - aber auch kritisiert: Ausgerechnet der Journalistin der meistgelesenen Zeitung in Bonn war an diesem Abend einfach kein Lachen zu entlocken. Obwohl sie unsere Mädels "kriminell goldig" fand, konnten leider weder das Stück noch die anderen lachenden Gäste sie überzeugen.

 

Das war für die Cast freilich kein "Nonnenuntergang" und auch wenn die Reaktionen des Publikums häufig gemischt waren (im weitestgehend katholischen Bad Godesberg war der schwarz-weiße Klosterhumor nicht jedermanns Sache), ließen sie sich davon den Spaß nicht verderben. Die Herausforderung, jeden Abend auf der Bühne zu stehen (bis auf Orsa hatte schließlich noch keine der Darstellerinnen je ein so langes Engagement), stemmten sie ohne größere Probleme. Einzig Mirjam alias Schwester Leo spürte die allabendlichen Spitzenschuhtänze im wahrsten Sinne des Wortes bis in die Zehen. Zur Erleichterung der angeschlagenen Nonnenzehen gab es fortan jeden Abend ein Fußbad, das so gut tat, dass auch die anderen Nonnen mitmachten.

Die immer größer werdende Routine nutzten die Darstellerinnen, um weiter an ihren Rollen zu feilen und auch das ein oder andere Experiment auf der Bühne zu wagen. So folgte die Mutter Oberin zum Beispiel spontan einer Eingebung und steckte die aus dem Kochbuch gerissene Seite mit dem Rezept der Bouillabaisse kurzerhand in den Mund, anstatt sie wegzuwerfen. Der darauffolgende Dialog mit Schwester Hubert gestaltete sich dadurch freilich etwas schwierig, was nicht nur das Publikum, sondern auch besagte Schwester ziemlich erheiterte.

Ihre Freizeit nutzten die Darstellerinnen vorbildlichst unter anderem mit Weiterbildung, sprich: Sie sahen sich die Musicals Tarzan in Oberhausen und Bodyguard in Köln an. Und weil auch der interkulturelle Austausch nicht zu kurz kommen sollte, ging es am 11.11. um 11:11 Uhr nach Köln zum Karneval (inkognito, damit die Kostüme im Getümmel keinen Schaden nehmen). Hallelu...ach nein...Helau!

 

 

Als weiteres kulturelles Highlight stellte sich eine Promoaktion in der Bad Godesberger Stadthalle heraus: Unverhofft trafen die Schwestern hier auf den "Meisterfälscher" Geert Jan Jansen, der für jede Nonne das passende Bild im Repertoire hatte. Nur die Mutter Oberin konnte sich nicht ganz für seine Kunst erwärmen... 

              

 

Castwechsel zur Halbzeit

Am 15. November stand dann schon die Dernière für Cast 1 an. Cast 2 hatte so die Möglichkeit, das Stück einmal aus dem Zuschauerraum zu erleben, bevor sie am nächsten Abend selbst auf die Bühne durften - natürlich ließ es sich die erste Cast nicht nehmen, ein paar kleine Dernièren-Scherze einzubauen und hinterher die gemeinsame Zeit in Bad Godesberg zu feiern.

Am 16. November startete also Cast 2 im Kleinen Theater, bevor es tags drauf schon zum ersten von drei Gastspielen nach Rheinbach ging - ein großer Erfolg, der den Darstellerinnen viel Lob einbrachte. Auch das Gastspiel in Werl (mit 500 Stühlen im Non(n)sens-Pink) kam gut beim Publikum an - und bescherte den Nonnen neben Standing Ovations auch eine sehr wohlwollende Zeitungskritik.

 

Auch die Darstellerinnen der zweiten Cast nutzten ihre Freizeit, um sich Tarzan anzuschauen und eröffneten mit einem Glühwein gemeinsam die Weihnachtsmarkt-Saison. Die übrigen Tage vergingen fast wie im Flug und früher als es den Darstellerinnen eigentlich lieb war, stand schon die endgültige Dernière an. Pater Thorsten überraschte die Mädels mit einer Non(n)sens-Torte und auch die Darstellerinnen und das Team des Kleinen Theaters hatten Überraschungen füreinander vorbereitet. 

24 Shows in 28 Tagen - für unsere Darstellerinnen ein genauso großes Abenteuer wie für die Protagonisten bei Jules Verne, mit ähnlich spannenden Herausforderungen, vielen neuen Eindrücken und jeder Menge Spaß. Unsere "internationalen Stars" kehren am 10. Februar 2017 in der Nonnenkutte zurück - nicht auf die Bühne, aber in den Speisesaal: zum Non(n)sens Musical Dinner im Hotel Castellani in Salzburg.

 

     

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